November 2007
Die Abstellanlagen kamen dann doch - mit etwas Verspätung. Kurz vorher konnte der ADFC Berlin mit dem Bauunternehmer sprechen und darauf hinweisen, dass die Mehrheit der Bügel gut zugänglich am Haupteingang zur Verfügung stehen muss. Leider war der Platz bereits geplant: Am Haupteingang zum Alexanderplatz sind nun 82 Plätze zu finden, sehr eng gestellt und meist überfüllt. Am wenig benutzten hinteren Eingang des riesigen Komplexes stehen dann weitere 32 Bügel (64 Plätze), die auch zu Geschäftszeiten meist leer sind.
Der Stellplatznachweis des Architekten gegenüber dem Bauaufsichtsamt Mitte (Berechnung der Anzahl, Teil der Baugenehmigung) liegt dem ADFC Berlin vor. Sie ist unseres Erachtens fehlerhaft - das Bauaufsichtsamt erlaubte eine doppelte Reduktion, ohne eine Rechtsgrundlage zu vermerken. Gründe für eine "weitere Reduktion" in einem "begründeten Einzelfall" (AV Stellplätze von 1997) liegen nicht vor, die Situation wurde offensichtlich falsch eingeschätzt.
Das Bauprojekt ist damit ein Beispiel für die wachsende Bedeutung des Fahrradverkehrs in dicht benutzten Innenstädten - und ein Negativbeispiel dafür, dass die Einbindung des Fahrradparkens in die Bauplanung noch immer ganz zum Schluss, als lästiges Erfüllen einer Rechtspflicht, erfolgt.