Einkaufen mit dem Rad - Hintergründe

Einkaufen mit dem Rad: Eingabe

Eingabe Mitteilungen Endergebnisse Projektbeschreibung

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Einkaufen mit dem Rad: Endergebnisse

Eingabe Mitteilungen Endergebnisse Projektbeschreibung

 

Bis Ende Oktober 2011 wurden etwa 80 Datenerhebungen durchgeführt.

Das bisherige Ergebnis deutet darauf hin, dass sich die meisten Zentren nicht an die Bauordnung halten.
Leider ist es schwierig festzustellen, welche Ausführungsvorschrift für die Erteilung der Baugenehmigung gültig war. Anfragen bei den Einkaufszentren zu den erhobenen Daten blieben meist unbeantwortet.

Bei einem Drittel der Zentren fehlen Fahrradbügel völlig.
Ein einziges hat die Wertung +++ erhalten. Dem stehen 18 Zentren mit der Wertung - - - gegenüber.

Die Auswertung geht von der Stellbreite aus, die jedem Fahrrad bleibt, wenn alle gesetzlich definierten Kunden gleichzeitig anwesend sind.
Eine genauere Erläuterung der Formel findet man in den Mitteilungen.

Hier folgt eine Übersicht über die genauen Zahlen und die Rangfolge der Einkaufszentren gemäß der Wertungsformel:

 

Verhältnis Fahrrad-/Auto- Stellplätze 7%
Verhältnis Fahrrad-/Auto-Verkehr 41%
Durchschnittliche Anzahl Bügel 47
Durchschnittliche Anzahl Parkplätze 561
Anzahl Zentren mit Parkplatzdaten 65
Anzahl Zentren mit Bruttogrundfläche 58
Anzahl Zentren mit Verkaufsfläche 77
Anzahl Zentren mit Eröffnungsjahr 53
Durchschnittliches Eröffnungsjahr 2002
Anzahl Zentren mit Eigenangabe 9
Verhältnis Verkaufsfläche Bruttogrund 0,79

Erhebungen 76
Anzahl STG 10





Bügel
Durchschnitt Bügel über alle 29

falls vorhanden 38

falls für 1 Fahrrad 31

falls für 2 Fahrräder 25
Durchschnitt Stellplätze falls Bügel 45



mittlerer Bügelabstand 89 cm


Zentren



Zentren ohne Bügel
19
Zentren mit Bügeln
59
Zentren mit zu engen Bügeln
9
Zentren mit Einradbügeln
33
Zentren mit Zweiradbügeln
27



Bewertung (subjektiv) sehr gut 3

gut 19

befriedigend 13

ausreichend 14

mangelhaft 29






Anteil fehlender Stellplätze 0% 9
bis 40% 12
bis 80% 19
bis 100% 37



Wertung nach Formel

- - -

18
schlecht - -
9

- 25

+ 9

+ + 1
gut + + +
1





 

Hier sieht man die Einkaufszentren mit den besten Radabstellplätzen zuerst:

 

Absolute Anzahlen Wertung im Verhältnis zur Verkaufsfläche
Einkaufszentrum Anlehn- Bügel Gesamt Vorder- Rad- Ständer Sons-tige Stell-Anlagen Wertung Stellplatz-Quantität Stellplatz-Qualität Fahrrad-kunden-orien-tierung
Gewichtung: 40% 40% 20%
EKZ in der Ernst-Barlach-str. 21 19 0 0 +++ +++ +++ ++
Storkower Bogen, Storkower str.
45 10 0 ++ +++ - - - -
Linden Center, Prerower Platz 1 100 0 95 + + ++ +
Falken Bogen, Grevesmühlener str.
43 50 0 + +++ - - - - -
Südmeile, Buckower Chaussee
39 0 0 + +++ - - - +
BERLIN CARRE, Karl Liebknecht Str. 28 0 0 + + + - -
Karstadt am Leopoldplatz, Müllerstr.
29 0 0 + - + +
Hermann-Quartier U-Bhf. Hermannstr. 12 0 0 + - + ++
Biesdorf-Center Weißenhöher str.
81 0 0 - - + +
MZ Märkisches Zentrum in Reinickendorf, Senftenberger Ring
92 32 0 - + - -
Schiller Park Center 13 0 0 - + - - -
EKZ Bärenschaufenster, Otto-Schmirgal-Str.
27 21 0 - + - -
Einkaufszentrum Karlshorst, Treskowallee
8 5 0 - ++ - - - -
IKEA Tempelhof 141 10 0 - - - +
East-Gate, Marzahner Promenade 1a 91 0 0 - + - +
Galeria Kaufhof, Alexanderplatz 15 0 0 - - - ++ -
Hafen-Center, Tempelhofer Damm
86 0 0 - ++ - - -
Citti Point, Müllerstr.
15 0 0 - - - +
EKZ in der Alfred-Kowalke-str.
19 28 0 - - + -
Das Schloss, Schlossstr. 33 57 0 0 - - - +
KINDL Boulevard, Hermannstr.
55 0 0 - +++ - - - - -
Gesundbrunnen- Center Badstr.4 11 0 0 - - - + -
Neues Kranzler Eck (Kurfürstendamm) 109 0 0 - + - - - - -
Forum Steglitz, Schlossstr. 1 8 13 0 - - - - +++
Volkradpassage, Volkradstr. 30-32 10 44 0 - +++ - - - - -
Helle Mitte, Kurt-Weill-Gasse 7 56 12 53 - - - - +
Galeria Kaufhof, Koppenstr. 8 12 18 10 - - - - -
Spandauer Arcaden 86 0 86 - - - - -
Wilmersdorfer Arcaden 28 169 0 - + - - - -
Möllendorffpassage, Möllendorffstr. 45 0 150 0 - +++ - - - - -
MoaBogen, Stephanstr.38-43 39 0 0 - - - - - - +
ALEXA, Grunerstr. 20 86 0 0 - - - - -
Gropius Passagen, Johannisthaler Chaussee
80 0 0 - - - - - +
Schlossstraßen Center (SSC) 75 0 0 - - ++ - - - - -
Hallen am Borsigturm 140 0 0 - - - - - - +
Ringcenter, Frankfurter Allee 111 - 115 57 0 0 - - - - - - -
Mühlenbergcenter, Greifswalder Str. 6 24 0 - - - - - - -
Allee-Center, Landsberger Allee 277 0 0 144 - - + - - - - -
Neukölln Arcaden, Karl-Marx-Str. 66 35 0 0 - - - - - - - -
EKZ Storchenhof, Hauptstr. 9 32 0 0 - - - - - - +
Karstadt, Wilmersdorfer-/Ecke Pestalozzi
10 12 0 - - - - - - - -
Potsdamer Platz Arkaden 12 0 0 - - - - - - - - - -
KadeWe, Tauentziehn 0 0 120 - - - - - - - - - -
City Point Center Lichtenberg, Paul-Junius-str.
0 10 50 - - - + - - - - -
Warnitzer Bogen, Warnitzer str. 6-22 0 9 0 - - - - - - - - +
Friedrichstadtpassagen Q205+206+207 6 0 0 - - - - - - - - -
Hohenschönhauser Tor, Weißenseer Weg 35 0 210 0 - - - + - - - - -
Neue Welt, Hasenheide 108 0 63 30 - - - - - - - - -
Der Clou, Kurt Schumacher Damm 1-15 14 30 0 - - - - - - - - - -
EKZ Mühlengrund, Rotkamp 2–6 0 28 0 - - - - - - - - - -
Adlershofer Tor, Rudower Chaussee 12 0 62 0 - - - - - - - - - -
RIZ-Center Hohenschönhausen, Ribnitzer Str. 24 0 56 0 - - - - - - - - - -
Karl-Marx-Str. 92 5 0 0 - - - - - - - - - -
Rathaus Pasage, Rathausstr. (Alexanderplatz) 0 0 0 - - - - - - - - - -
Siemensdamm 0 0 0 - - - - - - - - - -
Juliusturm 0 95 0 - - - - - - - - - -
Europa-Center (Tauentzien-/Budapester-/Nürnberger str.) 0 59 0 - - - - - - - - - -
Dolgensee-Center, Dolgenseestr. 11 A 0 26 0 - - - - - - - - - -
Kaiser-Wilhelm-Passage 0 1 0 - - - - - - - - - -

 

Einkaufen mit dem Rad: Mitteilungen

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Das Projekt hat einen guten Start hingelegt, allerdings brauchten die Stadtteilgruppen nach ihrem September-Treffen noch mehr Zeit, um die Daten-Erhebungen auszuführen. Deshalb hatten wir uns noch einen weiteren Monat Zeit gegeben, bis Ende Oktober 2011.

Bis Ende Oktober haben sich 10 Stadtteilgruppen an dem Projekt mit eigenen Erhebungen beteiligt. Wir haben Daten von etwa 80 Einkaufszentren erhoben und festgestellt, dass kaum eines die Vorschriften der Berliner Bauordnung erfüllt. Einige Zentren haben wir aus der Liste entfernt. Dazu gehörten Bahnhöfe, Einzelhandelsgeschäfte mit geringen Verkaufsflächen, reine Möbelgeschäfte und Agglomerationen mit fehlendem gemeinsamen Management.

In der nächsten Phase haben wir uns vorgenommen, mit einzelnen Center-Managern über die Verbesserung der Abstellplätze zu sprechen und werden über die Erfolge hier berichten. Anschließend werden wir uns speziellen Gruppen widmen, wie etwa den Bahnhöfen und den Einkaufsstraßen.

Wir werfen etwa zwei Dritteln der Einkaufszentren die Diskriminierung von Radfahrern vor, weil zwar mit viel Aufwand Parkplätze für Pkw geschaffen worden sind, aber eine vorgeschriebene Anzahl von korrekten Radstellplätzen fehlt.

Auf der anderen Seite ist die Verletzung der Aufsichtspflicht von Bauämtern daran schuld, dass es Einkaufszentren überhaupt möglich war, bei ihrer Erbauung gegen die Bauordnung zu verstoßen. Seit 1992 ist es für jede Umwidmung und jeden Neubau vorgeschrieben, die Ausführungsvorschrift (AV) Stellplätze zu beachten.

Die AV Stellplätze legt fest, dass für je 100 m² bzw.150 m² der Brutto-Grundfläche (die echte Stellfläche aller Etagen zusammen) ein Radstellplatz bereitgehalten wird, der folgenden Anforderungen gerecht wird:

  • sie leicht zugänglich sind,
  • eine Anschließmöglichkeit für den Fahrradrahmen haben,
  • dem Fahrrad ein sicherer Stand durch einen Anlehnbügel gegeben wird und
  • durch einen Mindestabstand von 0,80 m zwischen den Fahrradständen das Abstellen und Anschließen des Fahrrades einschließlich des Rahmens ermöglicht wird
  • Die Herstellung einfacher Vorderradständer ist unzulässig.

Stellplätze pro Fläche
In der AV Stellplätze wird als Berechnungsgrundlage die Brutto-Grundfläche gefordert. Das ist die Summe aller Grundflächen aller Etagen. Da unser Projekt aber nur den Einkauf betrachtet, haben wir stattdessen die Verkaufsfläche zugrunde gelegt. Diese haben wir zur Berechnung der geforderten Abstellplätze (1 pro 150 m²) benutzt. Tatsächlich müsste also juristisch korrekt in etlichen Einkaufszentren ein Vielfaches der von uns geforderten Stellplätze eingerichtet werden.

Wertungsformel
Wir haben eine Formel entwickelt, welche aus unseren ermittelten Daten die Wertung von Fahrradparkplätzen in eine Skala von 0 bis 1 einteilt. Sie kommt der persönlichen Einschätzung der Begutachter im Durchschnitt sehr nahe, ist aber objektiv. Die Zahlen werden als mehrfache + und - Zeichen in Abständen von 0,2 eingeteilt. Verschiedene Kriterien sind zu Gruppen zusammengefasst worden, die mit unterschiedlichen Gewichtungen einfließen. Die Qualität wurde zusätzlich mit der Quantität gewichtet. Im allgemeinen lautet die Formel:

Σ (Gewichtung * Kriterium)

Wertungsgruppen

Es wurden für die Gesamtwertung die Stellplatzquantität, die Stellplatzqualität und die Fahrradkundenorientierung ermittelt.
Für die Stellplatzquantität wird der Abstand der Bügel ausgewertet, um die Gesamtbreite aller Abstellanlagen zu erhalten. Die Gesamtbreite wird durch die Anzahl der geforderten Stellplätze geteilt. Das Ergebnis ist die Stellbreite für jedes Fahrrad für den Fall, dass alle berechneten Kunden gleichzeitig ihr Fahrrad abstellen wollen. Auf diese Weise ist sie von der Verkaufsfläche abhängig.
Die Stellplatzqualität setzt sich aus der Nähe zum Haupteingang und der Überdachung zusammen. Abzug wird wegen Behinderung der Fußgänger, Unzugänglichkeit, Übermaß an Autoparkplätzen und Schrott berechnet.
Die Fahrradkundenorientierung ist die persönliche Bewertung des Begutachters und das Angebot verschiedener Produkte, die sich auf das Fahrrad beziehen.

 

 

Einkaufen mit dem Rad: Projektbeschreibung

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Die Fahrradfreundlichkeit von Einkaufszentren in Berlin wird von einer Arbeitsgruppe des Berliner ADFC untersucht.


Wie gut oder schlecht das Einkaufen mit dem Rad vom Berliner Einzelhandel unterstützt
wird, ist Thema einer Arbeitsgruppe des ADFC Berlin. Einkaufserfahrene RadfahrerInnen
sollen die Einkaufseinrichtungen einmal aus ihrem Blickwinkel auf den Prüfstand stellen und
Bewertungen vornehmen, die alltagsorientiert erkennen lassen, was ordentlich gelöst ist und
wo Verbesserungen erforderlich sind. Teil des Projektes ist eine öffentlichkeitswirksame
Rückmeldung an den Handel.

Nach Senatsprognosen wird der Fahrradverkehr in Berlin weiter zunehmen. Neben Fahrten
zur Arbeit und Freizeitfahrten, ist das umweltfreundliche Einkaufen mit dem Rad ein drittes
wichtiges Nutzungsinteresse vieler RadfahrerInnen. Der Einzelhandel setzt inzwischen stark
auf Einkaufszentren, die neben die klassischen Geschäftsstraßen treten. Aber wie
radkundenfreundlich sind sie in der Praxis, die Shopping Center?

Das freie Abstellen der Räder auf dem Bürgersteig ist jedenfalls weder diebstahlssicher noch
alltagstauglich, heutzutage sind praxisgerecht aufgestellte Radbügel unverzichtbar. Die
Zentren fördern bisher zwar das autogerechte Einkaufen, denn eine große Zahl von Kfz-
Parkplätzen ist immer Teil des Kundenservices, Radkunden benötigen jedoch ebenfalls eine
ausreichende Zahl von Radabstellanlagen, die ein sicheres Anschließen ermöglichen und in
Reichweite der Eingänge platziert sind.

Die Arbeitsgrundlage der Aktion ist ein Erhebungsbogen, der von möglichst vielen
Stadtteilgruppenmitgliedern vor Ort genutzt werden soll, um Einkaufszentren in ihrem Kiez zu
bewerten.

Einzelhandelseinrichtungen, die gute Lösungen verwirklicht haben, sollen geehrt
werden
(Urkunde, Presseerklärung). Das radkundenunfreundlichste Angebot soll eine
Negativauszeichnung erhalten - vergleichbares ist aus anderen Branchen bekannt.

Potenzielle Ansprechpartner sind auch der Berliner Einzelhandelsverband, IHK, Bezirke und
Senat, um die beabsichtigte Wirkung zu verstärken, fahrradfreundliche Einkaufsinfrastrukturen zu fördern.

Unter jenen, die vor Ort die Bewertungsarbeit geleistet haben, soll die Verlosung einiger
attraktiver Preise ein Dankeschön für den Einsatz ermöglichen.

Das Projekt soll im September 2011 in die Erhebungsphase eintreten und 2011 abgeschlossen
werden.

Ansprechpartner:
Detlef Wendtland: detlef.wendtland (ät) adfc-berlin.de

 

 


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