Verkehrssicherheitsbericht 2010

100828_RadspurDer ADFC Berlin fordert, dass der Radverkehr auf der Straße geführt wird und jede Hauptverkehrsstraße einen sicheren und durchgehenden Radfahrstreifen erhält.

Verkehrssicherheitsberichts 2010“ und einer Sonderuntersuchung Radverkehrssicherheit der Jahre 2004-2008“ bestätigt, die von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zusammen mit ADFC und ADAC am 27.08.2010 vorgestellt wurde. Diese Forderung wurde durch die Ergebnisse des „

Die Sonderuntersuchung enthält detaillierte und aussagekräftige Auswertungen, die weit über die jährliche Polizeistatistik hinausgehen und geeignet sind, konkrete Schritte für die Erhöhung der Verkehrssicherheit abzuleiten.

Radfahren in Berlin ist sicherer

In Berlin werden 13 Prozent aller Wege mit dem Rad zurückgelegt. Radfahrer sind aber nur an 6 Prozent aller Unfälle beteiligt. Zwar erhöhte sich die Zahl der Radunfälle, im gleichen Zeitraum stieg aber der Anteil des Radverkehrs stärker. Damit reduzierte sich das Risiko der Radfahrer, in einem Unfall zu verunglücken.

Dennoch ist jeder Verletzte und jeder Getötete einer zuviel. Deswegen müssen die Unfallursachen bekämpft werden. Durch Radfahrstreifen – also dem Radweg auf der Fahrbahn – können gleich drei Unfallursachen verhindert werden: Abbiegeunfälle, Fehler beim Einfahren in den Verkehr und zu dichtes Überholen.

Zahlen und Fakten

Von 13 Radfahrern die zwischen 2004 und 2008 bei Abbiegeunfällen getötet wurden, fuhren 10 auf Bürgersteigradwegen. Deshalb müssen Radfahrer in Zukunft auf jeder Hauptstraße ihre eigene, gut sichtbare Spur erhalten! Vor allem für unsichere Radfahrer ist eine eigene Spur unerlässlich. Sie bevorzugen bei fehlendem Wegeangebot die Nutzung des Bürgersteigs, in der Annahme hier sicherer zu sein. Das Gegenteil ist der Fall. An keinem der 9 Unfallorte an denen zwischen 2004 und 2008 Radfahrer durch Fehler beim Einfahren in den Verkehr tödlich verunglückten, gab es einen Radweg oder einen Radfahrstreifen.

  • Zahl der Unfälle mit Radbeteiligung in Berlin (2004 - 2008): 33.449, d.h. ca. 6 % von insgesamt ca. 554.000 Unfällen [1]
    Anteil der mit dem Rad zurückgelegten Wege gestiegen (2009): 13 % [2]

  • Mehr als 80 % der Unfälle mit Radbeteiligung (2004-2008) finden zwischen Rad und Kfz statt: Die Kfz verschulden dabei mehr als 70 % der Unfälle mit Leichtverletzten und knapp 60 % der Unfälle mit Schwerverletzten. [3]
    27 % der in Berlin bei Radunfällen Getöteten werden allein durch Lkw verschuldet.

  • Ursachen der von Kfz verschuldeten Unfälle sind v.a. Abbiegefehler und Missachtung der Vorfahrt des Unfallgegners.


Quellen:

[1] "Straßenverkehrsunfälle mit Beteiligung von Radfahrern in Berlin 2004-2008", Forschungs- und Planungsgruppe Stadt und Verkehr (FGS) 02.05.2010
[2] Ingenieurbüro für Verkehrserhebungen, -statistik und -planung, Fahrradverkehr-Pegelzählungen, Jahresbericht 2009, im Auftrag der Verkehrslenkung Berlin – VLB C
[3] Datengrundlage FGS [1] und Berliner Polizei, Auswertung ADFC Berlin


Verkehrsunfallstatistik Hamburg

Die Hamburger Innenbehörde veröffentlicht in jedem Jahr den Verkehrsunfallbericht für das Vorjahr. Der ADFC Hamburg beleuchtet den Wert solcher Statistiken für die konkrete Verkehrplanung und befasst sich mit der Frage, welche Konsequenzen sich aus dem Verkehrsunfallbericht ergeben.

Der ADFC Hamburg kommt zu sehr ähnlichen Ergebnissen wie der ADFC Berlin.



 

 

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