Verkehrsunfallbilanz Berlin 2010

100828_RadspurIm Jahr 2010 gab es 130.500 Verkehrsunfälle in Berlin, fast 5.500 mehr als im Vorjahr. Der Anstieg um 4,4 % geht auf eine Vielzahl witterungsbedingter Unfälle in den Wintermonaten zurück. Erfreulich ist ein Rückgang der Verunglückten insgesamt.
Dabei wurden 14.913 (Vorjahr 16.277) Menschen verletzt und 44 (Vorjahr 48) Personen getötet.


Verkehrsopfer

Die „schwachen“ Verkehrsteilnehmer Radfahrer und Fußgänger sind leider die größte Gruppe mit 6 getöteten Radfahrern (Vorjahr 9) und 24 getöteten Fußgängern (Vorjahr 19), obwohl sie unterproportional häufig in Unfälle verwickelt sind.

6.182 Radfahrer (Vorjahr 7.056) waren an Verkehrsunfällen beteiligt. Damit war jedoch immer noch jeder dritte Verunglückte in der Stadt ein Radfahrer!

Sind Radfahrer eine Risikogruppe?
Ein Radfahrer ist bei einem Unfall größeren Gefahren ausgesetzt, da ihm die verschiedenen Sicherheitssysteme fehlen, die einen Autofahrer schützen.
Allerdings ist es fast 25mal wahrscheinlicher, in einem Auto in einen Unfall verwickelt zu werden. Und das, obwohl der Autoverkehrsanteil in Berlin nur gut doppelt so hoch ist, wie der Radverkehrsanteil.

In der Statistik der Polizei werden die häufigsten Fehlverhaltensweisen der Radfahrer genannt, die zu Unfällen geführt haben:
-    Benutzung der falschen Fahrbahn
-    Fehler beim Einfahren in den fließenden Verkehr
-    nicht angepasste Geschwindigkeit
-    Fahren unter Alkohol
-    fehlerhaftes Verhalten gegenüber Fußgängern

Die häufigsten Fehlverhaltensweisen der Autofahrer gegenüber Radfahrern, die zu Unfällen geführt haben:
-    Fehler beim Abbiegen
-    Nichtgewähren der Vorfahrt
-    Fehler beim Einfahren in den fließenden Verkehr
-    ungenügender Sicherheitsabstand
-    Nichtbeachten der Verkehrsregelung

Schwerpunktkontrollen
Von der Polizei wurden auch im Jahre 2010 Radfahrer verstärkt kontrolliert. Es wurden 19.143  (Vorjahr 22.143 = - 13%) Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.

Auch  2011 will die Polizei  mit Schwerpunktkontrollen zur „Sicherheit von Radfahrern“ beitragen. Der ADFC begrüßt grundsätzlich Kontrollen, die der Verkehrssicherheit dienen.

Der ADFC Berlin erwartet deshalb von der Berliner Polizei:
Schwerpunktkontrollen zur Verhinderung von Radunfällen müssen an den bekannten Gefahrenpunkten und an den Hauptunfallursachen durchgeführt werden!

Immer noch ist die größte Hauptunfallursache, bei der Radfahrerinnen und Radfahrer schwer verletzt werden und zu Tode kommen, das Fehlverhalten von Kraftfahrzeugführern beim Rechtsabbiegen!
Der ungenügende Seitenabstand beim Überholen von Radfahrenden durch Kfz und der fehlende Schulterblick müssen in den Fokus der Kontrollen rücken!


Es werden  immer noch überwiegend Radfahrer kontrolliert, aber Unfälle zwischen „Rad und Kfz“ mit Verletzten werden zu mehr als 70% von den Kraftfahrern verursacht!

Aktivitäten des ADFC Berlin
Der ADFC Berlin wird sich auch in diesem Jahr verstärkt aktiv dem Thema Verkehrssicherheit für Radfahrer widmen.

Wir führen u.a. Kurse für „Alltagsradfahrer und Ältere Radfahrer“ durch. Diese sind besonders gefährdet (3 von den 6 getöteten Radfahrern 2010 waren älter als 60 Jahre).  Infos unter: www.adfc-berlin.de/radfahrkurse.

 

 

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