Berlin, 12. Dezember 2006
Seit Sonntag können in den täglich drei Mal pro Richtung verkehrenden Zügen des Berlin-Warschau-Express jeweils acht Fahrräder befördert werden. Der ADFC Berlin hat das neue Angebot jetzt mit einem Besuch in der polnischen Hauptstadt getestet.
Ergebnis: In weniger als sechs Stunden ist Warschau erstmals für Fahrradfahrer per Bahn vollkommen unkompliziert erreichbar. Von Warschau aus ist eine Weiterfahrt zum Beispiel in die Masuren kein Problem mehr. Inzwischen sind praktisch alle polnischen Intercityzüge mit acht bis 16 Fahrradstellplätzen ausgerüstet.
Wie auch sonst im Fernverkehr der Bahn ist eine vorherige Reservierung der Fahrrad-Stellplätze erforderlich (zum Beispiel unter der DB-Radfahrer-Hotline 01805 151415 - 0,12 Euro pro Minute). Komplizierter ist dagegen noch die Buchung der Rückfahrt - diese ist zurzeit nur direkt im Reisezentrum des Bahnhofes Warszawa Centralna möglich. Der ADFC will sich auch hier für eine bessere Lösung einsetzen.
Die polnische Hauptstadt selbst hat sich ebenfalls die Förderung des Fahrradverkehrs vorgenommen. "In der Warschauer Metro, den Straßenbahnen und Bussen dürfen seit dem Sommer 2005 Fahrräder mitgenommen werden", sagt Stanislaw Plewako, der seit zwei Monaten der erste Fahrradbeauftragte Warschaus ist. Jedes Jahr würden zurzeit außerdem etwa zehn Kilometer neue Radwege entstehen, im Wesentlichen in den äußeren der 18 Warschauer Bezirke.
Im Vergleich zu Berlin ist das Rad fahren auf den Warschauer Straßen jedoch wesentlich rauer. Einzelne ruhigere Routen - wie entlang der Weichsel von der Altstadt nach Wilanow, dem polnischen Versailles - bilden noch die Ausnahme. Auch die - kostenlose - Fahrradmitnahme in der einzigen Metrolinie ist nicht mit Berlin vergleichbar. Freundlich, aber erst auf Nachfrage des Wachschutzes, können die Eingangssperren überwunden werden, spezielle Mehrzweckabteile gibt es nicht. Nimmt man jedoch die beeindruckenden Veränderungen im Stadtbild Warschaus in den vergangenen Jahren zum Maßstab - so ist unmittelbar am Bahnhof Warszawa Centralna mit dem Intercontinental Europas höchstes Hotel und eine beeindruckende Stadtkulisse entstanden - dürfte auch dieses Problem lösbar sein.
Der Fahrradbeauftragte Plewako jedenfalls hat dem ADFC zugesagt, Berlin einen Gegenbesuch abzustatten. Besonders interessieren ihn dabei die neuen Berliner Radspuren, die er auf den breiten Warschauer Straßen auch lieber sehen würde - anstatt der neu gebauten Zweirichtungsradwege aus Betonsteinen. Die erste Radspur gibt es sogar schon - auf einem kurzen Abschnitt nahe der Warschauer Universität.
Berlin: Erstmals Fahrradmitnahme im Berlin-Warschau-Express
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Berlin, 27. Oktober 2006
Im Berlin-Warschau-Express können ab Fahrplanwechsel erstmals Fahrräder mitgenommen werden. Der ADFC Berlin hatte sich seit der Einführung der Eurocity-Verbindung im Jahre 2002 sowohl bei der polnischen Bahn PKP als auch bei der Deutschen Bahn AG für die Fahrradmitnahme eingesetzt.
Ab Sonntag, 10. Dezember 2006 verkehrt der Berlin-Warschau-Express dreimal täglich pro Richtung mit je acht reservierungspflichtigen Fahrradstellplätzen zwischen den beiden Hauptstädten. Die Tickets für eine Person kosten pro Strecke ab 29,30 Euro (BahnCard) plus Fahrrad 10 Euro.
Fahrradmitnahme in Polen kompakt in RadZeit 3/2006 (pdf-Datei 75 KB)
Rad fahren in Warschau kompakt in RadZeit 4/2006 (pdf-Datei 117 KB)







