Aus Preußens Arkadien in die Obststadt an der Havel
Los geht´s schräg gegenüber vom nördlichen Ausgang des S-Bhf. Griebnitzsee auf dem Uferweg am Griebnitzsee und Mauerweg. Vorsicht: Hier kann die Durchfahrt mal wieder gesperrt sein. Als Alternative bietet sich die wenig befahrene Karl-Marx-Straße an, um quasi auf der Rückseite vom Park Babelsberg den Kanal am Griebnitzsee zu queren.
Vorbei am Schloss Glienicke ist vis a vis schon eines von Karl Friedrich Schinkels[1] Meisterwerken zu sehen, das Schloss Klein-Glienicke. Die Havel wird über die alte Agententauschstation Glienicker Brücke gequert. Hier an Wochenenden nicht versäumen, nach links zu schauen: Vor dem Schloss Babelsberg im neugotischen Stil des 19. Jahrhunderts (im Kern ebenfalls ein Entwurf Schinkels) steigt stolz eine eindrucksvolle Fontäne empor.
Am Havelufer Richtung Westen prunken linker Hand eindrucksvolle Villenbauten und im Anschluss geht es durch den Neuen Garten, der nach Planungen von Peter Joseph Lenné[2] angelegt wurde. Eine Sichtachse nach links öffnet den Blick auf das frühklassizistische Marmorpalais, nach rechts über die Havel zur Pfaueninsel mit verwunschenem Schloss und zur Sacrower Heilandskirche. Dann wieder links: Schloss Cecilienhof, benannt nach der preußischen Kronprinzessin Cecilie, in dem 1945 das Potsdamer Abkommen von Stalin, Churchill und Truman unterzeichnet wurde. Es besiegelte die Teilung Deutschlands. Der Weg im Park ist neu gemacht und sollte nicht verlassen werden im restlichen Areal ist Radfahren nämlich meist verboten.
An der Schiffsanlegestelle an der alten Meierei - hier hält das Potsdamer Wassertaxi (nimmt auch Fahrräder mit) - wird der Garten verlassen, um der ruppigen Bertinistraße zu folgen.
Steil geht es dann links über Kopfsteinpflaster bergauf, vorbei an einer prachtvollen, verfallenen Villa durch ehemaliges Kasernengelände. Die B2 wird an einer Ampel gekreuzt, um dann auf der Straße Am Golfplatz nach Nedlitz zu gelangen. Hier erst links und kurz nach dem Ortsausgang rechts einem ausgeschilderten Radweg zum Persiusturm folgen. Hier gilt es wieder ruppiges Kopfsteinpflaster zu überfahren, um dann auf einem ausgezeichneten Plattenweg zur B273 und anschließend nach Schlänitzsee zu kommen.

Wer hier dem etwas unheimlichen Schloss Marquardt und der tollen Badestelle am Schlänitzsee einen Besuch abstatten will, hält sich rechts und quert den Sacrow-Paretzer-Kanal auf einer Fußgängerbrücke, der Rest passt auf, dass er in Schlänitzsee Siedlung nicht den Abzweig nach links Richtung Grube verpasst.
Jetzt geht es mehrere Kilometer nur geradeaus - hinter Grube durch Überschwemmungswiesen gen Wublitz. Auch hier ist ein Abstecher über die Wublitzbrücke zur Insel Töplitz möglich - aber es warten sandige Wege!
Der Radwegausschilderung nach Werder folgend geht es jetzt wieder entlang der Havel. Am Gut Schloss Golm fährt es sich wieder ganz ausgezeichnet auf dem frisch asphaltierten Golmer Damm. Nur die letzten Meter entlang des Jachthafens sind etwas pfadig, ehe eine erneute Fußgängerbrücke hilft, die Havel zu queren. Voraus ist schon der Bahnhof von Werder auszumachen. Wer der ca. 1 km entfernten historischen Altstadt noch einen Besuch abstatten will, hält sich links.
Streckenlänge: ca. 33 km
Start: S-Bhf. Griebnitzsee
Ziel: Reg.-Bhf. Werder
Kartentipp: Radwander- und Wanderkarte Potsdamer Havelseen, Blütenstadt Werder und Umgebung, 1:35.000, Verlag Dr. Barthel, EUR 4,90.
Einkehrtipp: div. Möglichkeiten in Potsdam und Werder
[1] Karl Friedrich Schinkel: Architekt, *1781, +1841
[2] Peter Joseph Lenné: Landschaftsplaner, *1789, +1866
Nach gut halbstündiger Zugfahrt wird der Autolärm gewohnte Berliner von rauschenden Bäumen und Vogelgezwitscher begrüßt. Die Tour beginnt linkerhand in Richtung Dahmsdorf. Kurz vor den ersten Dahmsdorfer Häusern biegt links eine asphaltierte Fahrradstraße ab. Sie verläuft parallel zur Strecke der historischen Eisenbahn bis nach Buckow. In Buckow hält man sich rechts bis zur Lindenstraße. Diese führt über eine kleine Brücke zur Güntherquelle. Hier wählt man rechts den Fahrweg und erreicht nach etwa 3 Kilometern den Großen Tornowsee. Nach einem erfrischenden Bad kann man sich in der Pritzhagener Mühle stärken.


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